Die WM 2002 in Korea und Japan

Brasilien wieder überragend.
Zum ersten Mal vergab die FIFA eine WM-Endrunde an zwei Länder, und zum ersten Mal fand sie auf asiatischem Boden statt. Die Gastgeber gaben sich alle Mühe, die Befürchtungen von fehlender Stimmung nicht eintreffen zu lassen und schickten ihre Fangruppen zur Nachhilfe in europäische Stadien und studierten Choreographien und Gesänge ein.
Das wäre wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen. Die sportlichen Erfolge der Gastgeber rissen die Bevölkerung zu Begeisterungsstürmen hin. Allerdings ist diese Euophorie mittlerweile wieder abgeflaut und in Korea und Japan stehen riesige Fussballstadien, die kaum genutz werden.
Favoriten scheiden aus
Frankreich, Argentinien und Portugal hatten alle vor dem Turnier zu den meist genannten Favoriten gehört, sie alle schieden bereits in der Gruppenphase aus. Frankreich war ohne den verletzten Zidane ungefährlich und schied mit null Toren aus, Argentinien wusste gegen ihre äusserst defensiv eingestellten Gegner kein Mittel und Portugal schied nach bescheidenen Leistungen verdient aus.
In den Achtelfinals setzten sich dann meist die Favoriten durch. Deutschlands 1:0-Serie nahm beim Sieg über Paraguay ihren Anfang, England machte mit Dänemark kurzen Prozess, Spanien setzte sich gegen Irland erst im Elfmeterschiessen durch. Zu reden gab der Sieg der überraschenden Koreaner über Italien, ein annulliertes Tor liess Schiedsrichter Byron Moreno in Italien zur Hassfigur Nummer Eins aufsteigen. Italien schied durch das Goldene Tor von Jung-Hwan Ahn aus, Ahn wurde gleich am folgenden Tag vom Präsidenten seines Vereins Perugia entlassen.
Deutschlands 1:0-Serie
Deutschland traf im Viertelfinale auf die USA und hatte Glück, dass der Schiedsrichter das Handspiel von Frings auf der Torlinie nicht sah und gewann 1:0. Brasilien besiegte nach einem furchtbaren Fehler von Keeper Seaman England mit 2:1. Überraschend im Viertelfinale standen auch die Türken, die dank einem Tor vom Ilhan Mansiz Sengegal mit 1:0 besiegten. Und auch die Roten Teufel aus Südkorea qualifizierten sich im Elfmeterschiessen gegen Spanien.
Im Halbfinale fehlte den Koreaner, die ein unglaublich kräfteraubendes Spiel pflegten und den Ballführenden meist mit zwei Spielern angriffen, dann endgültig die Energie und sie unterlagen Deutschland mit 0:1. Ronaldos mit der Pike erzieltes Tor gegen die Türkei reicht für den Einzug ins Finale.
Kahns Patzer im Finale
Zum ersten Mal trafe also an einer Endrunde die beiden grossen Fussballnationen Brasilien und Deutschland aufeinander, wobei Brasilien der klare Favaorit war, zu mager waren die Darbietungen der Deutschen bislang. Doch im Finale spielten die Deutschen ohne den gesperrten Ballack überraschend stark mit, hatten auch gute Chancen, zur Pause hiess es allerdings noch immer 0:0.
Ausgerechnet ein Patzer des ansonsten überragenden Kahns ermöglichte Brasilien den Führungstreffer. Er liess Rivaldos harmlosen Schuss abprallen, Ronaldo konnte zum 1:0 einschieben. Zu einer Reaktion waren die Deutschen nicht mehr fähig, zehn Minuten vor Schluss erhöhte wiederum Ronaldo auf 2:0, Brasilien war damit zum fünften Mal Weltmeister. (ms)
| Statistik | |
| Topskorer: | Ronaldo (BRA)
- 8 Tore Rivaldo (BRA) - 5 Tore Miroslav Klose (GER) - 5 Tore |
| Anzahl Mannschaften: | 32 |
| Anzahl Spiele: | 64 |
| Anzahl Tore: | 161 |
| Tore pro Spiel: | 2.52 |
| Rote Karten: | 17 |
| Zuschauer: | - |
| Zuschauer pro Spiel: | - |

