Die WM 1982 in Spanien
Italien erwacht zur rechten Zeit
109 Mannschaften hatten sich für die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien eingeschrieben, es wurde Zeit, den Modus anzupassen. Neu konnten diesmal 24 Länder an der Endrunde teilnehmen, acht mehr als in den Jahren zuvor. Zudem wurde nach den Gruppenspielen eine zweite Runde eingefügt, die Sieger der Dreiergruppen qualifizierten sich für die Halbfinals.
Holland, der Vizeweltmeister von 1974 und 1978, konnte sich nicht füe die Endrunde qualifizieren. Dafür gab es viele neue Länder zu begutachten. Kamerun spielte drei Mal Unentschieden und schied dennoch aus, Honduras fehlte zum Schluss ein Punkt und Algerien schied sogar trotz zwei Siegen - über Deutschland und Chile - aus, nachdem Deutschland und Österreich vor wutentbrannten afrikanischen Fans einen Nichtangriffspakt geschlossen hatten und das 1:0 der Deutschen ohne Einsatz über die Zeit brachten, das beiden Teams den Einzug in die nächste Runde sicherte.
Paolo Rossi haucht Italien Leben ein
Italien wäre beinahe in der ersten Runde gescheitert. Nach drei Unentschieden brachte sie nur das bessere Torverhältnis auf Kosten von Kamerun in die Zwischenrunde. Dort trafen sie auf die starken Südamerikaner aus Brasilien und Argentinien. Argentinien besiegten sie mit 2:1, gegen die leichtfüssigen Brasilianer um Regisseur Socrates, Zico, Falcão und Eder ging es danach um den Halbfinaleinzug. Das Spiel gehörte zu den besten, die man bislang an Endrunden gesehen hatte. Die Südamerikaner begeisterten durch Spielwitz und feine Technik, aber die Italiener hatten Paolo Rossi. Mit einem Hattrick sicherte er seinem Team das Weiterkommen.
Polen, mit dem herausragenden Duo Boniek und Lato, spielte gewohnt kraftvoll und setzte sich überzeugend gegen die Sowjetunion und Belgien durch. Deutschland benötigte einiges Glück, zog aber nach einer Nullnummer gegen England und einem 2:1 über Spanien ebenfalls in die Halbfinals ein. Der vierte Halbfinalist war Frankreich, das sich unter der Regie von Michel Platini nach den Gruppenspielen deutlich steigerte.
"Numero 20: Paolo Rossi"
Italien setzte sich gegen Polen dank zwei Rossi-Toren mit 2:0 durch. Der andere Halbfinal zwischen Deutschland und Frankreich wurde zum Krimi. Nach 90 Minuten stand es 1:1, zuvor wurde ein brutales Foul von Torwart Schumacher an Battiston nicht geahndet. In der Verlängerung schwangen zuerst die Franzosen oben aus, nach 98 Minuten führten sie mit 3:1. Doch die Deutschen gaben nicht auf, zuerst Rumenigge und dann Fischer mit einem Fallrückzieher glichen noch aus. Es wurde das erste Spiel, das in einem Elfmeterschiessen entschieden werden musste. Deutschland war dabei die glücklichere Mannschaft.
Die erste Halbzeit des Finals war von Nervosität und versteckten Fouls gekennzeichnet. Bruno Conti verschoss sogar einen Elfmeter. Erst nach 56 Minuten eröffnete - wieder einmal - die Nummer 20 von Italien, Paolo Rossi, das Skore. Damit kamen die Italiener besser ins Spiel. Tardelli erhöhte gegen die müde wirkenden Deutschen auf 2:0, Altobelli zehn Minuten vor Schluss auf 3:0. Kurz darauf traf auch noch Breitner zum 3:1-Endstand.
Captain Dino Zoff durfte den Pokal in die Höhe stemmen. Es war der dritte Weltmeistertitel für Italien, und es war ein verdienter, auch wenn die Mannschaft zu Beginn einige Schwächen zeigte. (ms)
| Statistik | |
| Topskorer: | Paolo Rossi (ITA)
- 6 Tore Karl-Heinz Rumenigge (GER) - 5 Tore Zbigniew Boniek (POL) - 4 Tore Zico (BRA) - 4 Tore |
| Anzahl Mannschaften: | 24 |
| Anzahl Spiele: | 52 |
| Anzahl Tore: | 146 |
| Tore pro Spiel: | 2,81 |
| Rote Karten: | 5 |
| Zuschauer: | 1'842'250 |
| Zuschauer pro Spiel: | 35'428 |

