Für Details zu den einzelnen Spielen auf Titel klicken.

GRUPPE A
BR Deutschland
D.D.R.
Chile
Australien

GRUPPE B
Brasilien
Jugoslawien
Schottland
Zaïre

GRUPPE C
Holland
Schweden
Bulgarien
Uruguay

GRUPPE D
Polen
Argentinien
Italien
Haïti


ZWISCHENRUNDE

GRUPPE 1
Brasilien
Holland
D.D.R.
Argentinien

GRUPPE 2
BR Deutschland
Polen
Schweden
Jugoslawien


Spiel um Rang 3:
1 Polen
0 Brasilien

FINAL
2 BR Deutschland
1 Holland

Werbung

Die WM 1974 in Deutschland

Deutschland stoppt den "totalen Fussball" der Holländer und wird Weltmeister

Nachdem Brasilien vier Jahre zuvor den Pokal behalten durfte wurde nun eine neue Trophäe vorgestellt: der FIFA Weltpokal. 98 Nationen wollten um ihn spielen, 16 schafften es an die Endrunde. Der Modus wurde erneut geändert: Neu kamen die zwei Gruppenersten in eine Zwischenrunde, deren Sieger den Final ausspielen sollen.

D.D.R.: Sieg gegen den Klassenfeind

Die Sowjetunion war im Vorfeld der WM disqualifiziert worden, nachdem sie sich geweigert hatte, den Play-Off-Match gegen Chile im Nationalstadion von Santiago auszutragen, da dies bis kurz zuvor als Konzentrationslager und Hinrichtungsstätte gedient hatte. Dies führte zum bizarrsten und kläglichsten Spiel der Geschichte: Chile trat dennoch an, spielte gegen niemanden und schoss unter dem tosenden Applaus der Zuschauer Bälle ins leere Tor.

In den Gruppenspielen kam es zum brisanten Duell zwischen der BRD und der DDR, das die Ostdeutschen dank einem Tor von Jürgen Sparwasser mit 1:0 gewannen. Captain Beckenbauer musste darauf der enttäuschten Nation die Situation erläutern und Besserung geloben.

Überragende Polen

Die Polen hatten einen fantastischen Start, gewannen ihre drei Gruppenspiele souverän. Der kraftvolle Fussball mit den herausragenden Lato, Szarmach und Deyna begeisterte und war auch effizient. Auch in der Zwischenrunde hatten sie die ersten beiden Partien gewonnen, im Spiel um den Finaleinzug unterlagen sie in der "Wasserschlacht von Frankfurt" den Deutschen unglücklich mit 0:1.

Die Holländer galten als einer der Favoriten. Dem von Ajax übernommenen "totale Angriffsfussball" hatten die meisten Gegner nichts entgegen zu setzen, die grossartigen Cruyff, Neeskens, Rensenbrink und Krol führten ihre Mannschaft ohne Niederlage ins Finale.

Müller richtet's in seinem letzten Match

Der Final zwischen Holland und Deutschland begann mit einem Paukenschlag. Schon in der ersten Minute wurde Cruyff nach einem langen Solo im Strafraum gefoult, Neeskens verwandelte den fälligen Penalty. So stand es 1:0, bevor ein Deutscher überhaupt den Ball berührt hatte! Nach 25 Minuten erhielten auch die Deutschen einen - wenn auch sehr umstrittenen - Elftmeter, den Breitner zum Ausgleich nutzte.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf Gerd Müller, der sein letztes Länderspiel machte, mit einem für ihn typischen Schuss aus der Drehung heraus zur Führung, die die Deutschen danach mit grossem Herz verteidigten. Holland fuhr Angriff um Angriff, doch Beckenbauer organisierte die Abwehr vorbildlich und Torhüter Maier hatte einen grossen Tag. Damit war auch Deutschland zweimaliger Weltmeister geworden, Beckenbauer selbst hatte nun Gold, Silber (1966) und Bronze (1970) gewonnen. (ms)

Statistik  
Topskorer: Grzegorz Lato (POL) - 7 Tore
Andrzej Szarmach (POL) - 5 Tore
Johan Neeskens (HOL) - 5 Tore
Anzahl Mannschaften: 16
Anzahl Spiele: 38
Anzahl Tore: 97
Tore pro Spiel: 2,55
Rote Karten: 5
Zuschauer: 1'774'022
Zuschauer pro Spiel: 46'685