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GRUPPE A
Brasilien
Mexiko
Schweiz
Jugoslawien

GRUPPE B
England
Chile
USA
Spanien

GRUPPE C
Schweden
Italien
Paraguay

GRUPPE D
Uruguay
Bolivien


FINALRUNDE
Uruguay
Brasilien
Schweden
Spanien


ENTSCHEIDUNG
2 Uruguay
1 Argentinien

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Die WM 1950 in Brasilien

Uruguay schockt Gastgeber Brasilien

1950 konnte der italienische FIFA-Vizepräsident Dr. Ottorino Barassi den Pokal wieder aus dem Schuhkarton unter seinem Bett hervor holen, wo er ihn während des Zweiten Weltkriegs vor den Besatzungstruppen versteckt hielt. Brasilien, dessen Mannschaft 1938 so beeindruckt hatte, erhielt die Ehre, die Weltmeisterschaft auszutragen. Die Qualifikation war eine Farce: Mannschaften, die bereits ausgeschieden waren, bekamen eine Einladung, andere, die sich qualifiziert hatten, sagten wieder ab. Schliesslich nahmen nur gerade 13 Teams teil, sieben amerikanische und sechs europäische, darunter zum ersten Mal auch England, das Mutterland des Fussballs, das es bislang unter seinen Würde gefunden hatte, an solchen Scharmützeln mit minderwertigen Mannschaften teilzunehmen.

USA demütigen das Mutterland des Fussballs

Wie schon 1930 begann das Turnier mit Gruppenspielen, und die brachten schon einige Überraschungen. Der amtierende Weltmeister Italien unterlag Schweden, die Schweiz erreichte gegen Gastgeber Brasilien ein 2:2 und England unterlag den Vereingten Staaten durch ein Tor des schwarzen haitianischen Mittelstürmers Larry Gaetjens mit 0:1 und musste bereits nach den Gruppenspielen die Heimreise antreten.

Die vier Gruppensieger - Brasilien, Schweden, Spanien und Uruguay - spielten dann in einer Finalpoule gegeneinander. Brasilien zeigte auch gleich, wer der unumstrittene Favorit ist. Dank vier Toren von Torschützenkönig Ademir besiegten sie die Schweden gleich mit 7:1, kurz darauf auch die Spanier mit 6:1. Dabei zeigten sie herrlichen Offensivfussball und niemand zweifelte daran, dass der Gastgeber den Pokal gewinnen würde.

Uruguay schafft die Sensation

Im letzten Spiel der Finalrunde traf Brasilien auf Uruguay, das gegen Spanien nur Unentschieden gespielt hatte und gegen Schweden bei 3:2 grosse Mühe bekundet hatte. Brasilien reichte bereits ein Unentschieden für den Gewinn der Weltmeisterschaft. Das neu erbaute Maracana-Stadion war bis auf den letzten Platz gefüllt, 199'854 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. Dies ist bis heute die höchste Zuschauerzahl bei einem Fussballspiel.

Die Brasilianer spielten aber ähnlich offensiv wie bei ihren hohen Siegen in der Finalrunde. Der Gegner stand aber defensiv äusserst solid und Brasiliens Torjäger Ademir war stets gut bewacht. Dennoch war es sein Pass, der Friaca die Führung ermöglichte. Obwohl Brasilien ein Punkt gereicht hätte, stürmten sie weiter an. Die "Urus" fingen aber die Angriffe oft ab und Captain Obdulio Varela trieb seine Leute immer wieder nach vorne. In der 66. Minute konnte Schiaffino per Kopf ausgleichen, und elf Minuten vor dem Ende überraschte Ghiggia Brasiliens Keeper mit einem Schuss in die nahe Ecke. Damit war Brasiliens Traum vorbei, es war still im Maracana-Stadion. Schriftsteller Eduardo Galeano bezeichnete es als "das tosendste Schweigen in der Geschichte des Fussballs". Brasiliens Offizielle vergassen vor Enttäuschung fast die Übergabe des Pokals, FIFA-Präsident Jules Rimet überreichte ihn schliesslich Captain Varela - heimlich und ohne ein Wort zu sagen. (ms)

Statistik  
Topskorer: Ademir (BRA) - 9 Tore
Juan Schiaffino (URU) - 5 Tore
Estanislao Basora (ESP) - 5 Tore
Anzahl Mannschaften: 13
Anzahl Spiele: 22
Anzahl Tore: 88
Tore pro Spiel: 4,00
Rote Karten: Keine
Zuschauer: 1'337'000
Zuschauer pro Spiel: 60'773