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GRUPPE A
England
Niederlande
Schottland
Schweiz

GRUPPE B
Frankreich
Spanien
Bulgarien
Rumänien

GRUPPE C
Deutschland
Tschechien
Italien
Russland

GRUPPE D
Portugal
Kroatien
Dänemark
Türkei


VIERTELFINALS
0 (2) Spanien
0 (4) England

0 (5) Frankreich
0 (4) Niederlande

2 Deutschland
1 Kroatien

1 Tschechien
0 Portugal


HALBFINALS
0 (5) Frankreich
0 (6) Tschechien

1 (6) Deutschland
1 (5) England


FINAL
2 Deutschland
1 Tschechien

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Die EM 1996 in England

Das erste Golden Goal entscheidet die EM

Zum zehnten Austragung der Europameisterschaften und 30 Jahre nach der Weltmeisterschaft kehrte das Turnier ins Mutterland des Fussballs zurück, nach England. Gleichzeitig wurden einige Änderungen vorgenommen: Die Anzahl Teilnehmer wurde auf 16 erhöht, bei Punktgleichheit entscheidet zuerst die Direktbegnung und nicht mehr die Tordifferenz und bei Unentschieden in den KO-Spielen wird nur noch bis zum nächsten Tor, dem Golden Goal gespielt.

Erstmals dabei an einer EM-Endrunde war auch die Schweiz, die sich zwei Jahre zuvor auch wieder einmal für die WM qualifiziert hatte. In der Qualifikation kassierte die Mannschaft nur eine Niederlage und durfte als Gruppensieger vor der Türkei und Schweden nach England reisen. Für Wirren sorgte der Entscheid von Hodgson-Nachfolger Artur Jorge, an der EM auf die beiden Stars Adrian Knup und Alain Sutter zu verzichten.

Die Schweiz glücklos

Im Eröffnungsspiel verpassten die Eidgenossen die Sensation nur haarscharf. Gegen Gastgeber England traf Kubilay Türkyilmaz in der 83. Minute per Handelfmeter zum Ausgleich, Minuten später hatte Marco Grassi den Siegtreffer auf dem Fuss, aus kurzer Distanz traf er aber nur die Latte.

Gegen die Holländer, aus deren Camp von schweren internen Streitigkeiten berichtet wurde, die im Rauswurf von Edgar Davids gipfelten, waren die Schweizer chancenlos und verloren 0:2. Nur ein Sieg gegen die Schotten hätte fürs Weiterkommen gereicht, mit der 0:1-Niederlage waren aber beide Teams ausgeschieden.

Frankreich und Spanien kamen ebenso problemlos weiter wie Portugal und Kroatien, spannend bis zuletzt blieb es hingegen in Gruppe C: Deutschland war nach zwei Siegen bereits qualifiziert, ihr 0:0 gegen ein enttäuschendes Italien sicherte aber Tschechien den Platz im Viertelfinale.

Poborskys Zaubertor

Die Viertelfinals waren geprägt von der Ausglichenheit der Mannschaften. Sowohl bei Spanien - England wie auch bei Frankreich - Holland musste nach 120 torlosen Minuten das Elfmeterschiessen entscheiden. Deutschland besiegte in einem gehässigen und unschönen Spiel und dank Stimacs Platzverweis Kroatien mit 2:1 und die Tschechen warfen die Portgiesen dank Poborskys «Tor des Turniers» aus dem Rennen. Der Tschechen hatte im Mittelfeld den Ball erobert, setzte sich gegen vier Gegner durch und schlug Torhüter Vítor Baía mit einem perfekten Heber von der Strafraumgrenze.

Elfmeterkrimis im Halbfinale

Noch knapper wurde es in den Halbfinals. Mit Frankreich und Tschechien – dem fünf Spieler wegen Sperren oder Krankheit fehlten – trafen zwei sehr defensive Mannschaften aufeinander. Ein zum Gähnen langweiliges Spiel endete erwartungsgemäss 0:0, vom Elfmeterpunkt waren die Osteuropäer nervenstärker und qualifizierten sich überraschend für das Finale.

Der Gegner wurde ebenfalls vom Elfmeterpunkt aus ermittelt. Nach 90 Minuten hiess es nach Toren von Shearer und Kuntz 1:1, die Engländer waren über weite Strecken überlegen, doch ein weiteres Tor erzielten sie nicht. Im Elfmeterschiessen zeigten sich die Mannschaften treffsicherer, die ersten zehn Spieler trafen allesamt. Erst Gareth Southgate verschoss seinen Elfer, Deutschland stand abermals im Endspiel.

Bierhoffs Golden Goal

Die Deutschen hatten grosse Verletzungssorgen vor dem Finale, der Neuauflage des Endspiels von 1976. Dennoch überliessen ihnen die Tschechen das Spieldiktat und lauerten aus einer sicheren Defensive auf Kontermöglichkeiten. In der ersten Halbzeit passierte aber so gut wie gar nichts, erst mit dem umstrittenen Foulelfmeter von Patrik Berger kam Schwung in die Partie.

Nach 69 Minuten wechselte Berti Vogts Oliver Bierhoff ein und nur vier Minuten später hatt der Stürmer von Udinese per Kopf den Ausgleich erzielt. In der letzten Minute hatte Vladimir Smicer noch einmal eine grosse Chance, die Andreas Köpke im Tor der Deutschen mit einer grossartigen Parade aber zunichte machte. Es kam also zur Verlängerung und die endete mit dem ersten Golden Goal der Geschichte: Oliver Bierhoffs schwacher Schuss – von Hornák noch leicht abgefälscht – rutsche Tschechiens Keeper Petr Kouba durch die Hände und kullerte ins Tor – Deutschland war Europameister.

Zu reden gab nach dem Turnier nicht nur die Neuerung Golden Goal, sondern vor allem die Ticketpolitik der UEFA. Dank völlig überteuerter Preise und dem Einfluss des Schwarzen Markts blieben viele Plätze leer, nur gerade ein Halbfinal sowie das Endspiel waren wirklich – nicht nur auf dem Papier – ausverkauft.

Statistik  
Topskorer: Alan Shearer (ENG) - 5 Tore
Anzahl Mannschaften : 16
Anzahl Spiele: 31
Anzahl Tore: 64
Tore pro Spiel: 2.06
Rote Karten: 6
Zuschauer: 1'261'751
Zuschauer pro Spiel: 40'702