Die EM 1960 in Frankreich
Aller Anfang ist schwer
Die Idee für einen Wettbewerb unter europäischen Nationalmannschaften wurde vom damaligen Generalsekretär des Französischen Fussballverbandes, Henri Délaunay, schon 1927 aufgebracht. Damals war aber die FIFA mit der Organisation der ersten WM in Uruguay beschäftigt, später verhinderte der Zweite Weltkrieg das Aufgreifen dieser Idee. Délaunays Sohn Pierre brachte die Idee der Europameisterschaft an der UEFA-Sitzung 1957 in Kön wieder zur Diskussion.
Keine Begeisterung
Durch den neu eingeführten Europa-Cup der Landesmeister und die Qualifikationsspiele für die WM waren die Terminkalender der Landesverbände und der Vereine bereits prall gefüllt. Deshalb stimmten renommierte Nationen gegen die Einführung des Europa-Nationenpokal. Nur dank der Unterstützung der osteurpäischen Verbände kam die erste EM überhaupt zustande.
Die erste Runde wurde mit Hin- und Rückspielen gespielt. Die Absagen von Italien, England, Deutschland, der Schweiz und Belgien sowie die geringen Zuschauerzahlen in der ersten Runde liessen bereits ein finanzielles Fiasko erahnen. Zudem scheiterte Mitfavorit Ungarn gleich in der ersten Runde an den Sowjets, die damit die glanzvolle Ära der Magyaren endgültig beendeten.
Die Politik kickt mit
Im Viertelfinale hätten die Sowjets auf Spanien treffen sollen, doch Diktator Franco verweigerte der russischen Mannschaft den Zutritt in sein Land und nahm damit den Ausschluss aus dem Turnier in Kauf. Ebenfalls standen Jugoslawien, die Tschechoslowakei sowie Frankreich, das auch Ausrichter der Endrunde wurde.
Das spektakulärste Spiel des Turniers lieferten sich der Gastgeber und Jugoslawien. Frankreich musste auf Spielmacher Kopa und Torgarant Just Fontaine verzichten. Gegen die Jugoslawen mit den Stars Zebec, Perusic, Jusufi und Sekularec führten die Franzosen eine Viertelstunde vor Schluss mit 4:2, ehe ein Schlussspurt der Osteuropäer und eine Jerkovic-Doublette das Spiel noch wendete.
Im anderen Halbfinale trafen die Sowjetrussen auf die Tschechoslowakei. Die Russen, die einen neuartigen defensiv ausgerichteten und physischen Stil spielten, konnten sich jederzeit auf ihren Torwart Lev Yashin verlassen, der auch nicht per Elfmeter zu bezwingen war, und gewann 3:0.
Yashin entscheidet osteuropäisches Finale
Die Jugoslawen dominierten das Spiel in der ersten Halbzeit, dennoch brauchten sie einen abgelenkten Schuss von Galic, um in Führung zu gehen. Yashin behielt seine Mannschaft ein ums andere Mal im Spiel und parierte gleich reihenweise hart getretene Freistösse von Kostic. So schafften die Russen erst den Ausgleich durch Metreveli und in der Verlängerung erzielte Ponedelnik das Tor, das die UdSSR zum ersten Gewinner des Europa-Nationenpokals machte. Mann des Spiels war aber zweifelsohne der unvergleichliche Lev Yashin, die Schwarze Spinne im Tor der Sowjetunion.
| Statistik | |
| Topskorer: | Just Fontaine (FRA) - 5 Tore Jean Vincent (FRA) - 5 Tore |
| Anzahl Mannschaften : | 17 |
| Anzahl Spiele: | 28 |
| Anzahl Tore: | 110 |
| Tore pro Spiel: | 3.93 |
| Rote Karten: | - |
| Zuschauer: | - |
| Zuschauer pro Spiel: | - |
